GN Artikel vom 18.11.2013

Ausstellung zeigt „Faszination
Wasser“

Kunst schafft Raum für ein spannendes Element

Von Susanna
Austrup

Lebensnotwendig
und faszinierend: „Wasser ist alles“, sagt Christhard Pasternak. Mit einer
eindrucksvollen „Licht-Bild-Ton-Schau“ hat der Nordhorner am Freitag seine
Ausstellung im Schüttorfer „Kunst-Werk“ eröffnet.

Schüttorf. Wasser ist überall: Es fließt in
Flüssen und Bächen, füllt Pfützen, Seen und Meere, regnet oder schneit vom
Himmel, verdampft bei Wärme, legt sich als Raureif um Zweige, erstarrt zu Eis.
Der menschliche Körper besteht zu über 70 Prozent aus Wasser, genauso ist die
Erdoberfläche zum größten Teil (71 Prozent) mit Wasser bedeckt. Ohne Wasser gäbe
es kein Leben.

Genau das
ist die Botschaft in Pasternaks „Wasser-Welten“. Die zeigen das Element in
seiner Vielfalt und bestechenden Ästhetik. „Nur selten ist die Wasseroberfläche
spiegelglatt“, weiß der Fotograf, den die Veränderung bei bewegtem Wasser
reizt. So reproduzieren seine Fotografien nicht makellos widergespiegelte
Landschaften, sondern fokussieren das veränderte Bild nach Bewegung, die schon
in leichtester Form neue, abstrakte Wasserwelten erzeugt. Kräuselungen, Ringe,
Spritzer, Tropfen oder Wellen zerren am Bild, reißen es auseinander und
schaffen ein neues. Farben arrangieren sich ebenfalls neu und verleihen dem
Bild eine andere Dichte und Tiefe. „Die Welt in der Wasseroberfläche
widergespiegelt, verzerrt und verformt ist kein Abbild, sondern neu. Das Neue
ist die Kunst, das Neue erregt auch unsere Aufmerksamkeit. Wir lenken sie auf
das Bild und versuchen herauszufinden, was es zeigt“, erklärte Dr. Thomas
Niemeyer, Leiter der Städtischen Galerie Nordhorn, bei seiner Einführung.

Dreh- und Angelpunkt
für Pasternaks Studien ist die Bedeutung des Wassers in seiner Vielfalt. Je
nach Aggregatzustand ist es flüssig, gefriert unter Kälteeinwirkung zu Eis oder
steigt bei Wärme als Dampf auf. Mit seiner Kamera hält Pasternak Spiegelbilder
im Foto fest. „Dabei entfaltet das Wasser seine Funktion als Träger von
Information: Es nimmt jede Form an und spiegelt seine Umgebung. Mal im
Verhältnis 1:1, verzerrt oder vollkommen abstrahiert und aufgelöst.

Die
Wasseroberfläche gerät zur Leinwand“, so Pasternak. Mit seiner Installation im
„KunstWerk“ erweitert er sein fotografisches Spektrum. Ein gefülltes
Wasserbecken in einer eigens dafür erstellten Holzkonstruktion liefert die
Wasseroberfläche. Das Licht aus zwei Leuchtstoffröhren spiegelt sich darin
wider. Ein kurzes Einstippen mit dem Finger reicht, um das Spiegelbild zu
verändern. Eine weitere Installation erzeugt mittels Laser Wasserdampf.

Höhepunkt
der gut besuchten Vernissage war eine aufwendige „Licht-Bild-Ton-Präsentation“.
Vier Beamer projizierten mit Musik und Geräuschen unterlegte Wasserbilder
großflächig an die Wände — sprudelndes, fließendes, lebendig wirkendes Wasser
erzeugte einen visuellen Sog, der zu einer meditativen Reise durch
faszinierende „Wasser-Welten“ mitriss. „Ohne die technische Unterstützung von
Jörg Moeken hätte ich diese Idee so nicht umsetzen können“, sagte der Fotograf
im GN-Gespräch. Kompliment auch an Katharina Pasternak (Gesang) und Ludwig Dove
(Technik) die den Abend mit ihren Musikbeiträgen bereicherten.